
Around the World:
Hochzeitsessen in anderen Kulturen
Lesezeit: 3 Min.

von Lea-Mareen Kuhnle
Die Hochzeit ist nicht nur ein feierlicher Höhepunkt zweier Menschen, die sich das Jawort geben, sondern auch eine Gelegenheit, mit Familie und Freunden ausgiebig zu genießen. Ein wesentlicher Bestandteil jeder Hochzeit ist das Essen – und das sieht in verschiedenen Kulturen ganz unterschiedlich aus.
Während in manchen Ländern ein festgelegtes Menü serviert wird, setzen andere auf ein üppiges Buffet oder sogar auf Speisen, die von den Gästen mitgebracht werden. Ob ein edles Menü, ein reichhaltiges Bankett oder gemeinschaftlich mitgebrachte Gerichte – das Hochzeitsessen ist in jeder Kultur etwas ganz Besonderes. Eines bleibt zudem überall gleich: Gutes Essen bringt Menschen zusammen und macht den besonderen Tag noch unvergesslicher. Doch was genau kommt in anderen Teilen der Welt auf den Tisch? Eine kleine kulinarische Hochzeitsweltreise.
Europa: Von mehrgängigen Menüs bis rustikaler Hausmannskost
In vielen europäischen Ländern gibt es bei Hochzeiten ein festes Menü mit mehreren Gängen. In Frankreich beginnt man oft mit edlen oder klassischen Vorspeisen wie Meeresfrüchten, Ziegenkäse oder Zwiebelsuppe, bevor ein Hauptgericht mit feinem Fleisch oder Fisch serviert wird. Die Hochzeitstorte – oft eine Croquembouche (wörtlich übersetzt „kracht im Mund“), ein kunstvoller Turm aus Windbeuteln überzogen mit einem Karamellguss – ist ein krönender Abschluss.

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In Italien wird das Essen mit fünf Gängen besonders zelebriert: handgereichte Aperitifs, Antipasti, Pasta, Fleisch- oder Fischgerichte und eine süße Nachspeise wie Tiramisù oder Panna Cotta gehören hier dazu. Gekrönt wird das Menü mit einer Millefoglie – eine traditionelle italienische Torte aus vielen Schichten Blätterteig, die mit einer leichten Creme aus Marscarpone gefüllt und mit frischen Beeren dekoriert wird.
Asien: Vielfältige Speisen und symbolische Bedeutung
In China wird meist ein Hochzeitsbankett voller Symbolik veranstaltet. Oft werden acht oder neun Gänge serviert – die Zahl acht steht für Glück, neun für Langlebigkeit. Typische Speisen sind Pekingente, Fisch (vor allem Abalone als Zeichen für Wohlstand) und Klöße, die Überfluss symbolisieren. Außerdem gibt es traditionell keinen Hochzeitssalat, da das Wort „Salat“ klanglich an „Verlieren“ erinnert.

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Indische Hochzeiten sind für ihre farbenfrohen Buffets bekannt. Hier gibt es eine riesige Auswahl an vegetarischen und fleischhaltigen Gerichten, je nach Region und Religion. Klassiker sind Currys, Reisgerichte wie Biryani und eine Vielzahl von Süßspeisen wie Gulab Jamun, Jalebi und Rasmalai. Dem Glauben nach wird das Paar mit mehr Glück und Zufriedenheit gesegnet, je mehr Süßigkeiten es gibt. Alkohol ist auf vielen indischen Hochzeiten nicht üblich, vor allem bei traditionellen hinduistischen oder muslimischen Feiern. Stattdessen werden Masala-Tee, Lassis oder Getränke mit Kokosnusswasser und Zuckerrohrsaft serviert.
Afrika: Gemeinschaftliches Essen und traditionelle Gerichte
Afrikanische Hochzeiten zeichnen sich oft durch große, gemeinschaftliche Buffets aus. In Nigeria etwa gibt es Jollof-Reis, gegrilltes Fleisch und eine Vielzahl von Eintöpfen. Gäste bringen oft Speisen mit, die dann für alle serviert werden – ein Zeichen der Gemeinschaft und Gastfreundschaft.

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In Äthiopien wird das Hochzeitsessen oft mit den Händen gegessen. Injera, ein weiches Fladenbrot, dient als Grundlage für würzige Eintöpfe wie Doro Wat (Hühnereintopf). Als Zeichen für die Verbundenheit der Familien wird das Essen geteilt.
Amerika: Von BBQ bis Fine Dining
In den USA variiert das Hochzeitsessen stark je nach Region und Stil der Feier. Während in den Südstaaten ein rustikales BBQ mit Rippchen, Maisbrot und Coleslaw beliebt ist, setzen luxuriöse Hochzeiten in New York oder Los Angeles auf mehrgängige Fine-Dining-Menüs. Cocktails und eine große Auswahl an alkoholischen Getränken sind fast immer ein fester Bestandteil.

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Mexikanische Hochzeiten sind bekannt für ihre ausgelassene Stimmung und das feurige Essen. Tacos, Tamales und Mole-Gerichte sind häufig auf der Speisekarte zu finden. Und natürlich darf der Tequila nicht fehlen – oft wird auf das Brautpaar mit einem kräftigen „Salud!“ angestoßen.
