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Beauty & a Beat
Bring Schwung in deine Beautyroutine
Lesezeit: 5 Min.

von Lea Zirkelbach
Gute Vibes für den Blick in den Spiegel: So leicht und intuitiv, wie Musik uns fühlen lässt, darf auch der Umgang mit Schönheit sein. Schönsein ist immer auch Gesellschaftskritik – subjektiv, kulturell geprägt, generationenabhängig und weltweit unterschiedlich wahrgenommen. Doch sie ist ein Thema, das am häufigsten in Kunst und Kultur behandelt wird – insbesondere in der Musik.
Diese Playlist mit Songs über Dekaden und Genres hinweg soll sich wie eine kleine BeautyRoutine anfühlen – ganz ohne Hand anlegen zu müssen – so divers wie Schönheit betrachtet werden kann, wird sie in der Musik behandelt.
Beauty is Only Skin Deep (1966)
Der Song der US-amerikanischen Band The Temptations sollte es uns in Erinnerung rufen: Wir vergessen oft, dass Schönheit ein komplexes soziokulturelles Phänomen ist – und damit immer mehrere Ebenen gleichzeitig berührt. Sie beschränkt sich nicht auf äußere Features, sondern umfasst Werte, Eigenschaften und Charakterzüge einer Person. „Beautiful inside out“: Das sollte damit ein Mantra sein, denn Schönheit kommt bekanntlich von innen.
Ein Impuls für dich
Was dich wirklich „schön“ macht, kann oft versteckt hinter gesellschaftlichen Idealvorstellungen bleiben. Nimm dir ein paar Minuten am Tag Zeit, dich besser kennenzulernen. Was sind Dinge, die du besonders an dir magst, oder die andere an dir schätzen, die nicht ausschließlich mit deinem Erscheinungsbild zu tun haben? Versuche dich Schritt für Schritt vorzuarbeiten, um dir auf einer anderen Ebene zu begegnen.
2. Golden (2004)
„Livin‘ my life like it’s golden“ steht sinnbildlich für die Freiheit, die mit Schönheit einhergeht: sein zu dürfen, wer man sein möchte – und sich von äußeren Erwartungen zu lösen. Jill Scott animiert dazu, sich diese Freiheit zu nehmen und sie nach ihren Wünschen zu formen, indem sie das Leben zelebriert und es aktiv gestaltet. So eröffnet sich die Möglichkeit, das eigene Leben selbstständig zu gestalten und sich bewusst von einengenden Rollen zu lösen. In unterschiedlichen Kontexten nehmen wir verschiedene Rollen ein – wechseln zwischen Verantwortung, Erwartungen und Selbstbildern.
Ein Impuls für dich
Stell dir doch ab und zu die Frage: „Ich bin mehr als …?“ und bewege dich bewusst außerhalb deiner Rollen(-verantwortung), denn sie entsteht auch aus gesellschaftlichen Zuschreibungen.
3. All About that bass (2014)
Eine starke Foundation – wie die Messages von Meghan Trainer über Bodypositivity in diesem Mega-Hit – kann der Schlüssel zu einem grundlegenden gesunden Körpergefühl- und Schönheitsempfinden sein. Im Zeitalter von Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und Co. spielen visuelle Reize eine entscheidende Rolle, auf die besonders viel Wert gelegt wird. Den Blick wieder auf reale Körper mit echten Maßen und individuellen Zügen zu richten – statt auf retuschierte, gefilterte und normierte Bilder –, kann die eigene Selbstwahrnehmung von Grund auf verändern.
Ein Impuls für dich
Es kann bereits helfen, den eigenen Instagram-Algorithmus bewusst zu hinterfragen: etwa indem du deine For-You-Page überprüfst und reflektierst, welche Inhalte dir langfristig guttun.
4. Under Pressure (1981)
So wie Queen und David Bowie über gesellschaftliche Konventionen singen, lohnt es sich, auch beim Thema Schönheit genauer hinzusehen: Vieles von dem, was wir als „normal“ oder „schön“ wahrnehmen, ist konstruiert. Wir bewegen uns innerhalb eines Systems, das Anpassung belohnt und Abweichung häufig mit Ablehnung oder sozialer Isolation quittiert. Genau deshalb sind (Beauty-)Trends so durchsetzungsfähig. Statt Schönheitsdruck unreflektiert zu übernehmen, kann es helfen, ihn bewusst einzuordnen und für sich zu relativieren.
Ein Impuls für dich
Zwei Check-in-Fragen, um besser zu erkennen, wie stark gesellschaftliche Systeme und Schönheitsnormen auf dich wirken:
- Fühle ich mich inspiriert – oder verpflichtet?
- Was kostet es mich, wenn ich mitmache?
Es geht weniger darum, Schönheitsdruck aktiv zu bekämpfen, sondern ihn in unserem Alltag bewusst zu relativieren. Gesellschaftliche Ansichten verändern sich – unser Gefühl für uns selbst sollte bleiben dürfen.

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The Look (1988)
Bei „The Look“ denkt man direkt an Mode(-trends), eine aufgehübschte Fassade mit stylishen Klamotten, Accessoires – ein Materialismus, der gängigen Schönheitsnarrativen folgt. Das dynamische Duo Roxette glorifiziert die ominöse Persönlichkeit jedoch nicht nur wegen ihrer Aufmachung, sondern aufgrund ihrer Haltung und Präsenz. Ihre Accessoires sind Charisma, Haltung und Coolness. Räume gehen mit sozialen Strukturen Hand in Hand, beeinflussen somit, wie man wahrgenommen wird. Was wir in sie geben, wird verzerrt.
Ein Impuls für dich
Übe bewusst mit deiner Präsenz zu spielen, wenn du Räume betrittst – achte auf deine Gewohnheiten und hinterfrage bewusst deine Körperhaltung, -platzierung im Raum und deine Wahrnehmung beim Betreten eines Raumes.
- Welchen Eindruck möchte ich hinterlassen – und was davon steuere ich aktiv?
- Wie viel Raum nehme ich selbstverständlich ein – und wie viel erlaube ich mir?
- Passe ich mich dem Raum an – oder gestalte ich ihn mit?
6. You are so beautiful (1974)
In einer der gefühlsvollsten Hymnen auf die Schönheit preist Joe Cocker sie nicht nur im Sein, sondern auch im Tun an. In sozialen Interaktionen kristallisieren sich die vielfältigen Qualitäten und Facetten von Schönheit besonders deutlich heraus. So tragen Begegnungen diverse Facetten von Schönheit in sich und prägen wiederum das Auftreten einer Person. Wenn Menschen sich begegnen, tauschen sie sich nicht nur mit Worten aus, sondern auch auf emotionaler Ebene – Schönheit wird so zur Brücke.
Ein Impuls für dich
Wie bringe ich Schönheit in meine Beziehungen ein?
- Was macht eine Begegnung für mich „schön“, unabhängig vom Ergebnis?
- Wie verhalte ich mich, damit mein Gegenüber sich gesehen fühlt?
On that note
Diese kleine (musikalische) Reise symbolisiert, dass Schönheit sich überraschend frei, interdisziplinär und vielschichtig verhandeln lässt – nicht nur so mutig wie roter Lippenstift oder ein Leo-Shirt. Denn Musik setzt im Inneren an und entfaltet von dort ihre Wirkung. Letztlich geht es darum, den eigenen Rhythmus zu finden: einen Umgang mit dem eigenen Körper, der sich gut anfühlt und zur Person passt, die man sein möchte – ganz im eigenen Takt.
