26. November 2025

Myome

Gutartige Knoten in der Gebärmutter

Lesezeit: 5 Min.

von Evi Wagner

Ein Grund zur ernsthaften Sorge sind sie nicht, denn Myome sind fast immer harmlos. Die meisten dieser gutartigen Muskelknoten, die sich in oder an der Gebärmutter bilden können, sind sehr klein und werden gar nicht erst bemerkt. In manchen Fällen können aber auch heftige Symptome auftreten.

Treten Schmerzen und starke Blutungen während der Periode, Bauchkrämpfe oder Rückenschmerzen auf, kann das an einem Myom liegen. Myome sind gutartige Tumore, die sich in der Gebärmuttermuskulatur bilden. Meist kommt es zu keinen Beschwerden und die Wucherungen müssen gar nicht behandelt werden. Nur bei etwa 25 Prozent der betroffenen Frauen verursachen sie starke Regelblutungen und Schmerzen. In seltenen Fällen können Myome auch eine Schwangerschaft erschweren oder verhindern. Zum Beispiel dann, wenn sich die Wucherung direkt an einem Eileiter befindet oder nahe am Muttermund sitzt. Die gute Nachricht: Inzwischen gibt es verschiedene innovative Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist ein Myom?

Ein Myom ist ein gutartiger Muskelknoten, der sich an verschiedenen Stellen in und an der Gebärmutter bilden kann. Laut einer US-Studie haben 20 bis 80 Prozent aller Frauen im Verlauf ihres Lebens ein oder mehrere Myome. Genauere Zahlen gibt es nicht, da viele dieser gutartigen Knoten gar nicht erst bemerkt werden. Wenn, dann werden sie bei einer Routineuntersuchung entdeckt – oder aber dann, wenn sie Beschwerden bereiten. Myome können unterschiedlich groß sein und verschiedene Formen haben. Sie können innen in die Gebärmutterhöhle hineinragen, in der Wand oder auch außen auf der Gebärmutter sitzen. Vor allem im Alter zwischen 35 und 50 Jahren entwickeln Frauen häufig Myome. Da diese vom weiblichen Hormon Östrogen abhängig sind, bilden sie sich meist nach den Wechseljahren zurück.

Was sind die Symptome?

Nach Schätzungen von Experten verursachen nur rund 10 bis 15 Prozent aller Myome überhaupt Symptome. Wie zum Beispiel starke Menstruationsbeschwerden. Sitzen Myome in der Gebärmutterwand (sogenannte intramurale Myome), können sie die Funktion der Gebärmutter beeinträchtigen, weil sie deren Struktur verhärten. Dadurch werden die für eine Menstruation wichtigen Kontraktionen erschwert, starke Blutungen und krampfartige Schmerzen sind dann oft die Folge. Kommt es so dauerhaft zu einem hohen Blutverlust, droht die Gefahr einer Blutarmut (Anämie, Eisenmangelanämie). Betroffene Frauen fühlen sich dann häufig sehr müde und abgeschlagen. Weiterhin kann es vorkommen, dass ein Myom auf benachbarte Organe drückt – zum Beispiel auf die Blase. Die Folge ist dann häufiger Harndrang. Drückt ein Myom auf den Darm, kann es zu Verdauungsbeschwerden wie Verstopfungen kommen. Zu plötzlich auftretenden, starken Schmerzen kann ein sogenanntes gestieltes Myom verursachen. Dabei handelt es sich um eine Wucherung, die nur mit einem dünnen Stiel mit der Gebärmutter verbunden ist. Bei abrupten Bewegungen kann sich diese um die eigene Achse drehen. Die Blutversorgung des Myoms wird so unterbrochen und das kann sehr schmerzhaft werden.

Sind Myome immer gutartig?

Eine frühere Annahme, dass sich aus einem Myom ein bösartiger Tumor, ein Sarkom, entwickeln könnte, ist inzwischen widerlegt. Heute weiß man: Ein Myom ist immer gutartig, wächst nicht in anderes Gewebe ein, und seine Zellen breiten sich auch nicht im Körper aus. In der Muskelschicht der Gebärmutter können sich jedoch auch bösartige Tumore bilden, die einem Myom ähneln. Solche Sarkome sind aber sehr selten, nur zwei bis drei von 100.000 Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an dieser Krebsart. Dennoch sollten auch bei Myomen, die nicht behandelt werden, regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden. So lässt es sich vermeiden, dass bösartige Tumore in und an der Gebärmutter nicht entdeckt werden.

Welche Behandlungen gibt es?

Behandelt müssen Myome nur dann werden, wenn sie Beschwerden verursachen oder die Fruchtbarkeit sowie eine Schwangerschaft negativ beeinflussen. Die Wahl der Behandlungsmethode hängt von der Größe und Lage der Myome ab. Häufig kommen Medikamente, die die Bildung von Östrogenen hemmen, zum Einsatz. Diese können zu einer Verkleinerung der Myome beitragen. Auch hormonelle Verhütungsmittel, die die Regelblutung abschwächen, können angewandt werden. Eine weitere Behandlungsmethode ist die Radiofrequenztherapie. Dabei handelt es sich um eine in Deutschland noch recht neue Methode, bei der unter Vollnarkose die Myome erhitzt werden und sich in der Folge zurückbilden. Am häufigsten ist jedoch immer noch ein chirurgischer Eingriff – in der Regel eine Ausschälung einzelner Myome unter Erhalt der Gebärmutter. In seltenen Fällen, wenn starke Beschwerden durch zahlreiche Myome in der Gebärmutter verursacht werden, kann auch die gesamte Gebärmutter entfernt werden.

So können Myome behandelt werden:

Hormonpräparate

Mit solchen Präparaten lässt sich die Zeit bis zu einer geplanten Operation oder dem Eintritt der Wechseljahre, in denen sich Myome meist ohnehin zurückbilden, überbrücken. Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga (GnRH-Analoga) und andere Gegenspieler des Geschlechtshormons Östrogen können helfen, das Myomwachstum vorübergehend zu bremsen. Da diese Medikamente jedoch meist starke Nebenwirkungen haben, sind sie nicht für eine langfristige Therapie geeignet.

Operation

Chirurgische Eingriffe erfolgen heute meist minimalinvasiv: Bei der Myomausschälung wird die Wucherung während einer Gebärmutter- oder Bauchspiegelung abgetragen. Sind die Beschwerden besonders stark ausgeprägt und sprechen Myome nicht auf andere Therapien an, muss manchmal auch eine komplette Entfernung der Gebärmutter erwogen werden. Voraussetzung hierbei ist, dass die Familienplanung der betroffenen Frau abgeschlossen ist.

Embolisation

In bestimmten Fällen kommt alternativ zur Operation eine Embolisation infrage. Dabei werden unter Röntgenkontrolle Kunststoffpartikel in die Arterie, die das Myom mit Blut versorgt, gespritzt. Das Gefäß verstopft, der Knoten wird nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und schrumpft in der Folge, so dass Beschwerden nachlassen können.

Ultraschalltherapie

Ist das Myom nicht allzu groß und liegt günstig kann es oft auch mittels einer MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschalltherapie behandelt werden. Bei dieser Methode werden gebündelte, hochenergetische Schallwellen auf den Knoten gelenkt, wodurch das Gewebe punktgenau erhitzt wird und abstirbt.

Radiofrequenztherapie

Ähnlich wie bei der fokussierten Ultraschalltherapie wird das Myom auch bei der transzervikalen Radiofrequenzablation gezielt erhitzt und dadurch zum Schrumpfen gebracht. Über Elektroden wird hierbei Radiofrequenzenergie direkt in den Knoten geleitet. Dieses Verfahren wird jedoch bisher nur in wenigen Zentren angeboten.

Headerbild: ShniDesign-stock.adobe.com
Erschienen in „#Oberpfälzerin“, Herbst/Winter-Ausgabe 2025
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